Ratgeber · Netzwerk · Neubau

Netzwerk im Einfamilienhaus: Unsere Empfehlung für jedes Budget

Welche Netzwerkdosen, welche Verteilung und welche Geräte wir in jedem Haus einbauen, vom günstigen Einstieg bis zum großen Netzwerk
25. September 2026 · 9 Minuten Lesezeit · Marc Köbach
Beschriftete Netzwerkkabel für Obergeschoss und Dachgeschoss am Patchfeld
Ein Netzwerk beginnt nicht am Router, sondern an der Verteilung. · Foto: @eteam_smarthome

Beim Netzwerk bekommen wir von Bauherren oft dieselbe Frage: Was brauche ich wirklich? Die Antworten im Internet reichen von „ein guter Router genügt“ bis zum Serverraum im Keller.

Unsere Antwort ist einfacher. Wir haben eine klare Empfehlung, die in jedes Haus passt, egal ob das Budget klein oder groß ist. Mit genau dieser Netzwerkkonfiguration haben wir bisher jedes Zuhause installiert. In diesem Beitrag zeigen wir sie Ihnen.

Die Grundregel: ein Anschluss pro Stockwerk, eine zentrale Verteilung

Egal wie groß das Budget ist, zwei Dinge gehören in jedes Einfamilienhaus.

Erstens: auf jedem Stockwerk ein Netzwerkanschluss. Keller, Erdgeschoss, Obergeschoss, ausgebautes Dachgeschoss. Jedes Stockwerk bekommt mindestens eine Netzwerkdose an einer zentralen Stelle, meistens im Flur. Dort sitzt später der Access Point für das WLAN.

Zweitens: eine zentrale Datenverteilung. Alle Netzwerkleitungen laufen sternförmig an einer Stelle im Haus zusammen. Von dort wird verteilt. Kein Kabel, das von Dose zu Dose weitergeschleift wird, und kein Router irgendwo im Wohnzimmer, an dem alles hängt.

Wer diese zwei Regeln beachtet, kann das Netzwerk später jederzeit erweitern. Wer sie im Rohbau vergisst, arbeitet danach mit WLAN-Repeatern aus der Steckdose.

Verteiler im Rohbau, an dem alle Leitungen sternförmig zusammenlaufen
Zentrale Verteilung: Alle Leitungen laufen an einer Stelle im Haus zusammen. · Foto: @eteam_smarthome

Das WLAN ist nur so gut wie das Kabel, das zum Access Point führt.

Für kleines Budget: Patchfeld im Zählerschrank

Für besonders preisgünstige Netzwerkinstallationen brauchen Sie keinen eigenen Datenschrank. Die Netzwerkleitungen enden auf einem Patchfeld im Zählerschrank. Moderne Zählerschränke haben dafür ein eigenes Feld für Kommunikationstechnik.

Dort finden drei Dinge Platz:

  • Ein UniFi Express 7 als Router und Firewall. Er verbindet Ihr Hausnetz mit dem Internetanschluss.
  • Ein kleiner Switch, der die Leitungen zu den Stockwerken versorgt. Am besten mit PoE, dann bekommen die Access Points ihren Strom direkt über das Netzwerkkabel.
  • Optional ein UniFi Cloud Key, falls Sie eine kleine Videoüberwachung mit umsetzen möchten. Er speichert die Aufnahmen der Kameras bei Ihnen zu Hause.

Das WLAN kommt dann von den Access Points auf den Stockwerken, nicht aus dem Zählerschrank. Ein Metallschrank schirmt Funk ab. Der Express 7 arbeitet dort als Router, die Access Points übernehmen das WLAN.

Zählerschrank mit Kommunikationsfeld: Patchfeld, Router und Switch
Die günstige Lösung: Patchfeld, Router und Switch im Zählerschrank. · Foto: @eteam_smarthome

Für das größere Netzwerk: eigener Datenschrank

Wer mehr vorhat, plant einen kleinen Datenschrank ein. Mehr Access Points, mehrere Kameras, ein Homeoffice, vielleicht ein Netzwerkspeicher. All das braucht Platz, Stromversorgung und Luft zum Kühlen.

In den Datenschrank kommen:

  • Eine UniFi Dream Machine als Zentrale. Sie ist Router, Firewall und Videorekorder in einem Gerät. Die Kameraaufnahmen werden auf einer Festplatte in der Dream Machine gespeichert.
  • Ein PoE-Switch mit genug Anschlüssen für Access Points und Kameras.
  • Das Patchfeld mit allen Leitungen aus dem Haus.
Unterverteilung mit geöffnetem Netzwerkfeld und kleinem Datenschrank an der Wand
Kleiner Datenschrank direkt an der Verteilung: Platz für Switch, Patchfeld und Router. · Foto: @eteam_smarthome

Dazu planen wir im Außenbereich Netzwerkdosen für Kameras ein. An der Haustür, an der Garage, an den Ecken des Hauses. Eine Netzwerkkamera bekommt über ein einziges Kabel Strom und Daten. Auch wenn die Kameras erst später kommen: Die Dose muss im Rohbau gesetzt werden.

In jedem Stockwerk sitzen UniFi Access Points. Mehr zur Videoüberwachung lesen Sie auf unserer Seite zur Kameraüberwachung.

BausteinKleines BudgetGrößeres Netzwerk
VerteilungPatchfeld im ZählerschrankEigener kleiner Datenschrank
Router und FirewallUniFi Express 7UniFi Dream Machine
VideoüberwachungOptional mit UniFi Cloud KeyIn der Dream Machine integriert
SwitchKleiner Switch, am besten mit PoEPoE-Switch für Access Points und Kameras
WLANEin Access Point pro StockwerkAccess Points pro Stockwerk plus zusätzliche in großen Räumen
Kameras außenEinzelne KameradosenKameradosen an Haustür, Garage und Hausecken
ErweiterbarJa, per WLAN oder LANJa, per WLAN oder LAN
1 Access Pointpro Stockwerk, zentral im Flur. Das ist die Grundlage für WLAN im ganzen Haus.

Wo die Netzwerkdosen hingehören

Die meisten Netzwerkdosen im Haus sind nicht für Computer. Sie sind für das WLAN und für die Geräte, die viel Daten brauchen.

Im Flur, auf jedem Stockwerk. Hier kommt ein Access Point an die Wand oder an die Decke. Zentral im Flur erreicht er die Räume links und rechts am besten.

Hinter jedem Fernseher. Streaming in hoher Qualität läuft über Kabel stabiler als über Funk. Die Dose sitzt hinter dem Fernseher, damit kein Kabel sichtbar ist.

Im Schlafzimmer. Hier planen wir eine Dose ein, an die bei Bedarf ein kleiner Access Point angeschlossen werden kann, zum Beispiel ein UniFi U7 Lite. Wird er nicht gebraucht, bleibt die Dose einfach frei.

Im Arbeitszimmer. Wer von zu Hause arbeitet, möchte für Videokonferenzen eine feste Leitung.

Außen. Für Kameras, für die Sprechanlage und für einen Access Point im Garten, wenn Sie dort WLAN möchten.

Bei besonders anspruchsvollen Elektroinstallationen setzen wir eher mehr Access Points ein. Diese verstecken wir hinter Möbeln oder oben in einem Schrank. So bleibt der Empfang in jedem Raum stark, ohne dass man die Geräte sieht.

UniFi Access Point mit Montagezubehör und Netzwerktester
Ein Access Point pro Stockwerk, zentral im Flur. · Foto: @eteam_smarthome

Kein Handyempfang? Dann mehr Netzwerkdosen

Ein Punkt, der in fast keiner Planung auftaucht: Wie ist der Empfang Ihres Mobilfunk- oder Telefonanbieters zu Hause?

In vielen Neubauten ist der Handyempfang schwach. Moderne Fenster, Dämmung und Stahlbeton halten Funk draußen. Wer im Haus kaum Empfang hat, telefoniert über das Internet: per WLAN-Call auf dem Smartphone oder über feste VoIP-Telefone.

Wichtig: Klären Sie den Empfang, bevor die Wände zu sind.

Haben Sie am Grundstück schlechten Empfang, planen Sie eine ganze Reihe mehr Netzwerkdosen ein, zum Beispiel für VoIP-Telefone an den Stellen, an denen Sie telefonieren. Auch hier bietet UniFi passende Geräte. Und ein flächendeckendes WLAN wird dann noch wichtiger, damit WLAN-Call in jedem Raum funktioniert.

Warum wir keine Repeater vom Internetanbieter empfehlen

Viele Häuser bekommen ihr WLAN heute über den Router des Internetanbieters und ein paar Repeater aus der Steckdose. Das kann gut funktionieren. Wir empfehlen es trotzdem nicht, und das hat einen Grund.

Ein Smart Home besteht heute aus vielen vernetzten Geräten: Gebäudesteuerung, Wechselrichter, Wallbox, Kameras, Fernseher, Lautsprecher. Diese Geräte muss man einstellen und konfigurieren können. Und genau da stoßen herkömmliche Systeme an ihre Grenzen.

Geräte verschwinden aus der Übersicht. Es kann passieren, dass Geräte, die über einen Repeater verbunden sind, im Router nicht mehr angezeigt werden. Dann weiß niemand mehr genau, was im Netzwerk hängt.

Einstellungen fehlen. Feste IP-Adressen für einzelne Geräte vergeben, ein Gastnetz einrichten, aus dem Gäste gezielt auf ein bestimmtes Gerät zugreifen dürfen, zum Beispiel zum Streamen auf den Fernseher: Das ist mit vielen Standard-Routern nur eingeschränkt oder gar nicht möglich.

Der Preis ist kein Argument. Ein Router mit mehreren Repeatern kostet am Ende oft ähnlich viel wie ein UniFi-System, kann aber deutlich weniger.

Ein Repeater verlängert das WLAN. Ein Netzwerk aus Access Points macht es beherrschbar.

Warum UniFi

Egal für welches Budget: Unsere Empfehlung ist UniFi. Die Gründe sind einfach.

Preis und Leistung passen. Ein Netzwerk, das sich wie ein Firmennetzwerk verwalten lässt, zu einem Preis, der ins Budget eines Einfamilienhauses passt.

Alles lässt sich nachrüsten. Ein weiterer Access Point, eine Kamera, ein neuer Switch. Ob per WLAN oder per LAN, jedes Gerät meldet sich in derselben App an.

Alles in einer App. Über die UniFi-App sehen Sie jedes Gerät im Netzwerk und können es konfigurieren. Die Oberfläche ist übersichtlich, auch ohne Technikstudium.

Ihre Daten bleiben zu Hause. Die Steuerung läuft auf dem Gerät bei Ihnen im Haus, nicht in der Cloud eines Anbieters. Das gilt auch für Kameraaufnahmen: Sie werden bei Ihnen gespeichert.

Keine laufenden Gebühren. Für das Netzwerk und die Videoaufzeichnung zahlen Sie keine monatlichen Nutzungsgebühren. Bei vielen anderen Anbietern ist genau das der Haken.

Das überzeugt offenbar: Bei uns entscheidet sich so gut wie jeder Kunde für das UniFi-System.

0 Euromonatliche Gebühren für Netzwerk und Kameraaufzeichnung. Die Daten bleiben bei Ihnen zu Hause.
Smartphone in der Hand zeigt das Live-Bild der Hauseinfahrt in der App
Kamerabild und Netzwerk in einer App, gespeichert bei Ihnen zu Hause. · Bild: e-team

Sicherheit, die sich einfach einrichten lässt

Ein Netzwerk im Haus ist heute mehr als Internet für Laptop und Handy. Smart-Home-Geräte, Kameras, Fernseher und Gäste hängen im selben Netz. UniFi bietet dafür einige Sicherheitsfunktionen, die sich ohne Spezialwissen nutzen lassen.

  1. 01Eigenes Gastnetz. Besucher bekommen WLAN, sehen aber Ihre Geräte nicht. Auf Wunsch dürfen sie gezielt auf einzelne Geräte zugreifen, zum Beispiel auf den Fernseher.
  2. 02Getrennte Netze für Kameras und Smart Home. Kameras, Fernseher und Smart-Home-Geräte laufen in eigenen Netzen, getrennt von Ihren Computern.
  3. 03Eigene Firewall-Regeln. Selbst mit Hilfe einer einfachen KI lässt sich in wenigen Schritten eine eigene Firewall innerhalb von UniFi einrichten.
  4. 04Internet im Blick. Sie sehen, welches Internet gerade reinkommt und wann es zu Ausfällen kommt. Hilfreich, wenn Sie mit Ihrem Anbieter sprechen müssen.
  5. 05Aufnahmen bleiben zu Hause. Kameradaten werden bei Ihnen gespeichert und nicht in einer Cloud.

Häufige Fragen

Reicht nicht einfach ein guter Router?
Für eine Wohnung vielleicht. In einem Einfamilienhaus mit mehreren Stockwerken kommt ein einzelner Router nicht durch Decken und Wände. Deshalb setzen wir auf einen Access Point pro Stockwerk, verbunden per Kabel.
Warum kein Standard-Router mit Repeatern?
Das kann funktionieren. Aber Geräte hinter einem Repeater tauchen im Router teilweise nicht mehr auf, und Einstellungen wie feste IP-Adressen oder ein Gastnetz mit gezieltem Zugriff sind nur eingeschränkt möglich. Für ein Smart Home mit vielen Geräten ist das zu wenig. Und im Preis liegt beides oft nah beieinander.
Kann ich das Netzwerk später erweitern?
Ja. Genau dafür ist die zentrale Verteilung da. Weitere Access Points, Kameras oder Switches lassen sich jederzeit ergänzen, per LAN oder per WLAN.
Brauche ich einen eigenen Datenschrank?
Nicht unbedingt. Für ein kleines Budget reicht ein Patchfeld im Zählerschrank. Wer mehrere Kameras, viele Access Points oder ein Homeoffice plant, ist mit einem kleinen Datenschrank besser bedient.
Fallen für UniFi monatliche Kosten an?
Für das Netzwerk und die Videoaufzeichnung nicht. Die Geräte kaufen Sie einmal, Steuerung und Aufnahmen laufen bei Ihnen zu Hause.

Fazit

Ein gutes Heimnetzwerk ist keine Frage des Budgets, sondern der Planung. Ein Netzwerkanschluss auf jedem Stockwerk und eine zentrale Datenverteilung sind die Grundlage. Darauf lässt sich alles aufbauen.

Für das kleine Budget reichen ein Patchfeld im Zählerschrank, ein UniFi Express 7 und ein kleiner Switch. Für das größere Netzwerk kommen ein Datenschrank, eine UniFi Dream Machine, Access Points und Kameradosen außen dazu. Und wenn der Handyempfang schwach ist, gehören mehr Netzwerkdosen in den Plan.

Das ist unsere Netzwerkempfehlung für jedes Haus.

Sie planen einen Neubau oder eine Sanierung?

Wir planen Ihr Netzwerk mit Ihnen gemeinsam, passend zu Ihrem Budget, und setzen die Dosen dort, wo Sie sie wirklich brauchen.

Jetzt anfragene-team smart home · Wilhelm-Gindele-Straße 17, 88276 Berg · elektriker-rv.de
Marc Köbach, Geschäftsführer von e-team smart home
Marc KöbachGeschäftsführer e-team smart homeElektrotechnik und Gebäudeautomation in Ravensburg und Umgebung. Seit über zehn Jahren im Handwerk, ausgebildet in der Industrie.