
Wir werden oft gefragt, wer eigentlich für eine effiziente Heizung zuständig ist. Der Heizungsbauer? Oder der Elektriker? Die ehrliche Antwort: beide. Und zwar zusammen.
In diesem Beitrag zeigen wir, wo die Arbeit des Heizungsbauers endet, wo unsere anfängt und warum die wirklichen Einsparungen genau an dieser Grenze liegen.
Eine Heizung besteht aus zwei Teilen. Der eine Teil erzeugt und verteilt die Wärme. Das ist Wärmepumpe oder Kessel, Speicher, Pumpen, Rohre, Fußbodenheizung. Der andere Teil entscheidet, wann, wo und wie viel geheizt wird.
Den ersten Teil baut der Heizungsbauer. Den zweiten Teil bauen in den meisten Häusern: niemand. Die Entscheidung trifft dann ein Thermostat an der Wand und ein Temperaturfühler an der Außenwand.
Genau hier verschenken die meisten Häuser Energie.
Damit kein falscher Eindruck entsteht: Ohne einen guten Heizungsbauer geht gar nichts. Er dimensioniert den Wärmeerzeuger, plant die Hydraulik, macht den hydraulischen Abgleich und stellt die Heizkurve ein. Das ist Handwerk, das wir nicht ersetzen und auch nicht ersetzen wollen.
Sein Werkzeug für die Regelung ist die Heizungssteuerung am Wärmeerzeuger. Die arbeitet witterungsgeführt. Ein Fühler misst die Außentemperatur, daraus ergibt sich die Vorlauftemperatur. Kälter draußen, wärmer das Wasser. Das funktioniert. Es ist aber auch alles, was die Heizung von der Welt weiß.
Die Heizungssteuerung weiß, wie kalt es jetzt gerade draußen ist. Sie weiß nicht, wie das Wetter morgen wird. Sie weiß nicht, ob jemand zu Hause ist. Sie weiß nicht, dass im Schlafzimmer seit zwanzig Minuten das Fenster offen steht. Und sie weiß nicht, dass auf dem Dach gerade die PV-Anlage mehr Strom erzeugt, als das Haus verbraucht.
Diese Informationen gibt es alle. Sie stecken in Präsenzmeldern, Fensterkontakten, Wetterstation und Energiezähler. Und die gehören zur Elektrik.
Der Heizungsbauer baut die Heizung. Der Elektriker sagt ihr, wann sie gebraucht wird.
Mit den Mitteln seines Gewerks kann der Heizungsbauer diese Steuerungen nicht umsetzen. Das Können ist da. Es fehlen schlicht die Informationen.
Präsenzmelder kennt man vom Licht. Sie schalten ein, wenn jemand den Raum betritt. In einer smarten Elektroinstallation liefern sie aber viel mehr: Sie wissen, welche Räume gerade genutzt werden und ob überhaupt jemand im Haus ist.
Für die Heizung ist das die wichtigste Information überhaupt. Das Gästezimmer muss nicht auf 21 Grad stehen, wenn seit drei Wochen niemand darin war. Das Homeoffice muss am Samstag nicht warm sein. Und wenn die ganze Familie im Urlaub ist, merkt das Haus das selbst.
Wer nur die Räume heizt, die gerade genutzt werden, spart also nicht im Kleinen. Jeder Raum, der ein oder zwei Grad kühler bleiben darf, zählt.
Stoßlüften ist richtig. Stoßlüften mit voll aufgedrehter Heizung darunter ist teuer. In den meisten Häusern passiert genau das: Das Fenster geht auf, der Raum kühlt ab, das Thermostat merkt es und heizt dagegen an.
Mit einem Fensterkontakt weiß das System, dass gelüftet wird. Das Ventil in diesem Raum schließt, solange das Fenster offen ist. Wird das Fenster wieder geschlossen, regelt der Raum zurück auf seinen Sollwert. Niemand muss daran denken.
Der Heizungsbauer bekommt diese Information nicht. Ein Fensterkontakt ist ein Elektroteil, verkabelt über die Elektroinstallation, und endet in der Gebäudesteuerung.

Eine witterungsgeführte Heizung reagiert auf das Wetter von jetzt. Eine smarte Heizungssteuerung plant mit dem Wetter von morgen.
Dafür nutzen wir zwei Quellen: eine Wetterstation am Gebäude für die aktuellen Werte vor Ort und einen Wetterservice für die Prognose der nächsten Tage. Daraus ergibt sich, wie viel Sonne morgen kommt, wie kalt die Nacht wird und wann die PV-Anlage Strom liefert.
Ein Beispiel: Für morgen ist Sonne angesagt. Dann muss der Warmwasserspeicher heute Nacht nicht mit Netzstrom aufgeheizt werden. Das übernimmt morgen Mittag die Sonne. Umgekehrt gilt das auch: Ist heute sonnig und morgen trüb, laden wir heute mehr Wärme ins Haus, solange der Strom vom eigenen Dach kommt.
Auch die Beschattung spielt mit. Scheint die Wintersonne auf die Südfenster, fahren die Raffstores hoch und die Sonne heizt mit. Die Heizung nimmt sich in diesen Räumen zurück, bevor es zu warm wird, und nicht erst danach.
Mit einer Wärmepumpe und einer PV-Anlage auf dem Dach wird die Heizung zum größten steuerbaren Verbraucher im Haus. Der beste Zeitpunkt zum Heizen ist dann der, an dem der eigene Strom übrig ist.
Die meisten Wärmepumpen haben dafür eine Schnittstelle, zum Beispiel SG Ready. Darüber kann die Gebäudesteuerung der Wärmepumpe sagen: Jetzt ist Überschuss da, heize den Speicher etwas höher als nötig. Oder: Jetzt ist Strom knapp, warte noch.
Dazu kommt § 14a EnWG. Wärmepumpen und Wallboxen gelten als steuerbare Verbrauchseinrichtungen. Dafür gibt es reduzierte Netzentgelte, und der Netzbetreiber darf die Leistung im Ausnahmefall begrenzen. Eine Gebäudesteuerung verteilt die verfügbare Leistung dann sinnvoll, statt einfach abzuschalten.
Was all diese Signale zusammenführt, ist das Energiemanagement. Mehr dazu auf unserer Seite zu Energie und Photovoltaik.

Jetzt wird es technisch, aber hier liegt einer der größten Hebel.
Stellen Sie sich einen kühlen Herbstmorgen vor. Im Bad fordert ein einziger Raum etwas Wärme an. Eine klassische Regelung öffnet das Ventil, die Pumpe läuft an, und heißes Wasser wird aus dem Speicher durch den ganzen Heizkreis geschickt. Für einen Raum. Der Speicher kühlt aus, die Wärmepumpe springt an, taktet kurz und geht wieder aus.
Wir regeln das anders. Solange nur ein Raum ein wenig Wärme braucht, wird noch kein heißes Wasser aus dem Speicher entnommen. Erst wenn mehrere Räume einen bestimmten Bedarf überschritten haben, wird der Heizkreis freigegeben. Dann aber richtig.
Das Ergebnis: weniger Pumpenlaufzeit, weniger Takten der Wärmepumpe, ein Speicher, der seine Temperatur hält. Die Räume merken davon nichts. Eine Fußbodenheizung ist träge genug, um eine halbe Stunde zu warten.
Die meisten Stellantriebe an einer Fußbodenheizung kennen zwei Zustände: auf oder zu. Das Ventil öffnet ganz, der Raum wird zu warm, das Ventil schließt ganz, der Raum kühlt zu weit ab. Die Temperatur pendelt ständig um den Sollwert.
Wir setzen stetige Stellantriebe ein, die in 10-Prozent-Schritten angesteuert werden. Das Ventil öffnet genau so weit, wie der Raum gerade Wärme braucht. Ist es draußen mild, reichen vielleicht 30 Prozent. In einer kalten Nacht 80 Prozent.
Konstante Raumtemperatur ist dabei nicht nur Komfort. Wer nicht ständig über den Sollwert hinausschießt, heizt auch nicht ständig zu viel.
Wie viel das ausmacht, sehen wir in einem unserer Projekte. In einer Arztpraxis haben wir die Heizung mit smarten Stellantrieben ausgestattet. Nur damit. Vorher lag der Verbrauch bei rund 2.500 Litern Heizöl im Jahr. Heute sind es rund 1.500 Liter.
Ein Posten, den kaum jemand auf dem Schirm hat, ist die Zirkulationspumpe für das Warmwasser. Sie sorgt dafür, dass am Wasserhahn sofort warmes Wasser kommt. Dafür pumpt sie warmes Wasser durch die Leitungen, und das oft den ganzen Tag, auch nachts und wenn niemand zu Hause ist. Jeder Meter Leitung gibt dabei Wärme ab.
Mit Präsenzmeldern schalten wir die Zirkulationspumpe dann, wenn sie gebraucht wird. Morgens, wenn im Bad Bewegung ist. Abends, wenn in der Küche gekocht wird. Nicht nachts um drei und nicht, wenn das Haus leer ist.
Gleiches gilt für den Warmwasserspeicher. Er wird bevorzugt dann aufgeheizt, wenn die PV-Anlage liefert, und nicht dann, wenn der Strom am teuersten ist.

So sieht das Zusammenspiel an einem ganz normalen Wintertag aus:
Nichts davon muss jemand einstellen oder daran denken. Das Haus erledigt es selbst.
Die gute Nachricht: Es gibt keinen Streit um Zuständigkeiten. Die Aufgaben sind klar verteilt, wenn man sie früh verteilt.
| Aufgabe | Heizungsbauer | Elektriker mit Gebäudeautomation |
|---|---|---|
| Wärmeerzeuger, Speicher, Hydraulik | Plant, liefert und baut ein | Bindet die Anlage über die Schnittstelle ein, zum Beispiel SG Ready |
| Hydraulischer Abgleich, Heizkurve | Stellt ein | Nutzt die Werte als Grundlage für die Raumregelung |
| Einzelraumregelung | Thermostat pro Raum, meist Auf/Zu | Stetige Regelung in 10-Prozent-Schritten, pro Raum mit Präsenz und Zeitprofil |
| Anwesenheit und Fenster | Keine Information | Präsenzmelder und Fensterkontakte in jedem Raum |
| Wetter | Außenfühler, aktueller Wert | Wetterstation vor Ort plus Wetterprognose für die nächsten Tage |
| PV-Strom und § 14a EnWG | Keine Information | Energiemanagement: Überschuss nutzen, Leistung sinnvoll verteilen |
| Warmwasser und Zirkulation | Speicher und Pumpe | Schaltet nach Präsenz, Tageszeit und PV-Ertrag |
Welche Wärmepumpe mit welcher Schnittstelle, wie viele Heizkreise, welche Stellantriebe, wo Präsenzmelder und Fensterkontakte sitzen. Das kostet in der Planung eine Stunde Abstimmung. Nachträglich kostet es Leitungen in fertigen Wänden. Wir stimmen uns deshalb direkt mit Ihrem Heizungsbauer ab.
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Mehr InformationenÜbrigens: Eine selbsttätig wirkende Einrichtung zur raumweisen Regelung der Raumtemperatur schreibt das Gebäudeenergiegesetz ohnehin vor, wenn eine Heizung mit Wasser als Wärmeträger eingebaut wird. Pro Raum geregelt wird also sowieso. Die Frage ist nur, wie gut.
Eine effiziente Heizung entsteht nicht im Heizungskeller allein. Sie entsteht dort, wo die Heizung erfährt, wer zu Hause ist, welches Fenster offen steht, wie das Wetter morgen wird und wann der eigene Strom übrig ist.
Diese Informationen liefert die Elektrik. Der Heizungsbauer baut eine gute Heizung. Zusammen mit dem Elektriker wird daraus eine effiziente.
Wer baut oder saniert, sollte beide Gewerke von Anfang an an einen Tisch holen. Dabei unterstützen wir Sie gerne.

Wir schauen uns Ihr Projekt an, stimmen uns mit Ihrem Heizungsbauer ab und sagen Ihnen ehrlich, welche Regelung sich für Ihr Gebäude lohnt.
Jetzt anfragene-team smart home · Wilhelm-Gindele-Straße 17, 88276 Berg · elektriker-rv.de
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