Ratgeber · Hauselektrik · Neubau

Steckdosenhöhe und Schalterhöhe: So planen Sie richtig

Die Maße, mit denen wir jedes Haus anzeichnen, und warum ein paar Zentimeter über Jahre entscheiden
24. September 2026 · 8 Minuten Lesezeit · Marc Köbach
Steckdosenposition wird mit dem Zollstock an der Wand angezeichnet
Bevor gebohrt wird, wird angezeichnet. Und bevor gebohrt wird, schauen Sie drüber. · Foto: @eteam_smarthome

Wo eine Steckdose sitzt, merkt man erst, wenn man jeden Tag damit lebt. Der Staubsauger, der hinter dem Sofa eingesteckt werden muss. Der Lichtschalter, der hinter der offenen Tür verschwindet. Die Nachttischlampe, deren Kabel quer über den Boden läuft.

In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen, mit welchen Höhen und Abständen wir arbeiten, warum, und worauf Sie beim Anzeichnen in Ihrem Neubau achten sollten. Die Maße stammen aus unserer eigenen Montageanleitung, mit der jedes Team bei uns arbeitet.

Warum die Höhe nicht egal ist

Eine Steckdose zu versetzen heißt: Wand aufstemmen, Leitung verlängern, verputzen, streichen. Im Rohbau kostet dieselbe Entscheidung ein paar Sekunden mit dem Bleistift.

Dazu kommt die Optik. Eine Reihe Dosen, die auf unterschiedlichen Höhen sitzt, sieht man sofort. Gerade neben einer Tür oder über der Küchenarbeitsplatte fällt jeder Millimeter auf.

Deshalb gilt bei uns: Die Höhen stehen fest, bevor der erste Bohrer angesetzt wird. Und Sie als Bauherr geben das Anzeichnen frei, bevor wir bohren.

Eine Steckdose im Rohbau zu verschieben kostet einen Bleistiftstrich. Im fertigen Haus kostet es eine Wand.

Die Standardhöhen auf einen Blick

Diese Maße gelten bei uns in jedem Neubau, gemessen ab fertigem Fußboden bis zur Mitte der Dose. Abweichungen gibt es nur, wenn ein Küchenplan, ein Badplan oder Ihr eigener Wunsch etwas anderes vorgibt.

WasHöheWarum
Steckdose Standard30 cmGut erreichbar, verschwindet hinter Möbeln nicht zu weit nach oben
Steckdose neben dem Bett30 cmFür Nachttischlampe und Ladegerät
Lichtschalter105 cmBequem mit der Hand erreichbar, auch für Kinder
Lichtschalter direkt am Bett65 cmVom Bett aus erreichbar, ohne aufzustehen
Steckdose in Garage und Technikraum (Aufputz)105 cmÜber Fahrrädern, Regalen und Wasser auf dem Boden
Tablet an der Wand, Raumfühler, Sprechanlage150 cmAugenhöhe für Bedienung, richtige Höhe für die Messung
Anschluss Spiegelschrank180 cmSitzt im oder hinter dem Spiegelschrank
Außenleuchte an der Wand2 mLeuchtet den Weg aus, blendet nicht
Küche, Bad, Handtuchheizkörpernach PlanKüchenplan, Badplan, Anschluss hinter dem Heizkörper
Grafik: Steckdose auf 30 cm, Lichtschalter auf 105 cm, Tablet und Sprechanlage auf 150 cm
Die Standardhöhen im Überblick: Steckdose 30 cm, Lichtschalter 105 cm, Tablet und Sprechanlage 150 cm. · Grafik: e-team

Eine Sonderregel betrifft das Schlafzimmer. Liegt die Zimmertür direkt neben dem Bett, setzen wir den Lichtschalter dort auf 65 cm. Dann ist er vom Bett aus erreichbar, und der Platz neben dem Bett gehört dem Bett.

Grafik: Lichtschalter und Steckdose nebeneinander neben dem Bett auf 65 cm HöheGrafik: Lichtschalter auf 65 cm und Steckdose auf 30 cm untereinander neben dem Bett
Schalter und Steckdose am Bett, nebeneinander oder untereinander. Der Schalter sitzt auf 65 cm. · Grafik: e-team
30 / 105 cmSteckdose und Lichtschalter. Die zwei Maße, die in fast jedem Raum vorkommen.

Möbel zuerst, Steckdose danach

Die wichtigste Regel steht in keiner Norm: Überlegen Sie, wo später die Möbel stehen.

Für Anschlüsse, die zu einem Möbel gehören, gilt bei uns: Der Anschluss sitzt hinter dem Möbel. Wo genau, ist dann fast egal, er wird ohnehin nicht gesehen. Das betrifft den Fernseher, das Sideboard, den Schreibtisch, die Waschmaschine und den Kühlschrank.

In der Küche entscheidet der Küchenplan. Liegt er noch nicht vor, wenn wir anzeichnen, lohnt es sich zu warten. Eine Steckdose, die genau hinter der Kante eines Hochschranks sitzt, ist verschenkt.

Im Bad gilt dasselbe mit dem Badplan. Am Waschbecken und am Spiegelschrank richten wir uns nach ihm. Im restlichen Raum setzen wir Steckdosen wie überall auf 30 cm. Für einen elektrischen Handtuchheizkörper sitzt die Dose direkt hinter dem Heizkörper, damit kein Kabel sichtbar ist.

71 Millimeter: Der Abstand zwischen zwei Dosen

Mehrere Steckdosen nebeneinander sitzen in einem gemeinsamen Rahmen. Damit der Rahmen passt, müssen die Dosen genau 71 mm Mittenabstand haben. Nicht 68 mm, nicht 75 mm.

Klingt pingelig. Ist es auch. Schon wenige Millimeter Abweichung reichen, und der Mehrfachrahmen sitzt schief oder passt gar nicht. Deshalb bohren wir mit Bohrschablone und Wasserwaage.

Unterputzdosen im Ziegelmauerwerk werden mit der Wasserwaage exakt ausgerichtet
Mit der Wasserwaage ausgerichtet: Die Dosen sitzen exakt auf einer Höhe. · Foto: @eteam_smarthome

Dazu kommen drei weitere Regeln:

  1. 01Höchstens 5 Dosen nebeneinander. Mehr gibt der Rahmen nicht her, und es wird unübersichtlich.
  2. 024er-Reihen vermeiden wir, wo es geht. Lange Reihen sind schwer exakt auszurichten.
  3. 03Mindestens 120 mm Abstand, wenn zwei getrennte Rahmen nebeneinander sitzen. Zum Beispiel eine Doppelsteckdose neben einer Datendose. Sonst stoßen die Rahmen aneinander.
Grafik: 71 mm Dosenabstand, maximal 5 Dosen nebeneinanderGrafik: 120 mm Abstand zwischen zwei Dosen in getrennten Rahmen
71 mm im selben Rahmen, höchstens 5 Dosen. 120 mm zwischen getrennten Rahmen. · Grafik: e-team
71 mmMittenabstand zwischen zwei Dosen im selben Rahmen. Nicht 68, nicht 75. Sonst passt der Rahmen nicht.

Wo keine Dose hingehört

Es gibt Stellen in der Wand, an denen wir grundsätzlich nicht bohren: unter einem Abwasseranschluss und über einer Steigleitung. Was in der Wand an Rohren liegt, sieht man von außen nicht. Ein Bohrer in eine Wasserleitung ist ein Schaden, den niemand haben will.

Deshalb laufen Leitungen und Dosen in festen Zonen. Die DIN 18015-3 legt dafür Installationszonen fest: waagerecht knapp unter der Decke, knapp über dem Boden und in einem Band um etwa einen Meter Höhe, senkrecht neben Türen, Fenstern und Raumecken. Wer später ein Bild aufhängt oder ein Regal montiert, weiß damit, wo er bohren kann und wo nicht.

Ziegel oder Trockenbau: Was anders ist

Die Höhen bleiben gleich. Die Technik dahinter nicht.

Im Ziegelmauerwerk bohren wir die Dosenlöcher mit einer 82-mm-Dosenbohrkrone und fräsen die Schlitze für die Leerrohre. Die Dosen werden eingesetzt und fixiert.

Im Trockenbau arbeiten wir mit Hohlwanddosen und einer 68-mm-Bohrkrone. Die Leerrohre verlaufen möglichst 40 mm tief in der Wand. Ist die Wand zum Zeitpunkt der Installation nur einseitig beplankt, zeichnen wir trotzdem jede Dose an. So weiß der Trockenbauer, wo die Öffnungen später hingehören.

Trockenbau-Ständerwand mit verlegten Leitungen zu den Dosen
Trockenbau: Die Leitungen laufen in der Ständerwand zu den angezeichneten Dosen. · Foto: @eteam_smarthome

In beiden Fällen gilt: Leitungen werden sauber in der Dose verstaut, und jede Leitung trägt die Nummer aus dem Plan. Mehr dazu, welche Leitungen im Neubau oft vergessen werden, lesen Sie in unserem Beitrag über Leerrohre im Neubau.

Das Anzeichnen: Ihr wichtigster Termin im Rohbau

Bevor wir bohren, zeichnen wir das ganze Haus an. Innen und außen. Jede Steckdose, jeder Schalter, jede Datendose, jede Außenleuchte steht dann mit Maß an der Wand.

Danach gehen Sie mit uns durch. Das ist der Moment, in dem Sie das Haus zum ersten Mal mit Ihrem späteren Alltag vergleichen können. Wo steht das Bett? Wo das Sofa? Wo laden Sie das Handy? Wo steht der Staubsauger?

Erst wenn Sie das Anzeichnen freigegeben haben, wird gebohrt.

Tipp für den Rundgang: Nehmen Sie Ihren Möbelplan mit.

Stellen Sie sich an die Stelle, wo das Bett stehen wird, und strecken Sie die Hand aus. Stellen Sie sich in die Küche und schauen Sie, wo Kaffeemaschine und Toaster hinkommen. Zehn Minuten in jedem Raum ersparen Ihnen jahrelang Verlängerungskabel.

Häufige Fragen

Gibt es eine vorgeschriebene Steckdosenhöhe?
Nein, eine feste Pflichthöhe gibt es nicht. Die DIN 18015-3 legt Installationszonen fest, in denen Leitungen verlaufen sollen. Innerhalb dieser Zonen haben sich 30 cm für Steckdosen und 105 cm für Schalter als Standard bewährt.
Kann ich andere Höhen haben als die Standardmaße?
Ja. Die Standardhöhen sind unser Ausgangspunkt, nicht Ihr Zwang. Für barrierefreies Wohnen setzen wir Schalter zum Beispiel tiefer, für eine Werkbank Steckdosen höher. Wichtig ist nur, dass es vor dem Bohren feststeht.
Wie viele Steckdosen brauche ich pro Raum?
Das hängt vom Raum und von Ihrer Nutzung ab. Im Rundgang vor dem Bohren gehen wir das Raum für Raum mit Ihnen durch. Faustregel aus unserer Erfahrung: Wer im Rohbau eine Steckdose zu viel setzt, ärgert sich nie. Wer eine zu wenig setzt, jeden Tag.
Was ist mit Steckdosen in Garage und Keller?
In Räumen, in denen wir auf Putz installieren, also Garage oder Technikraum, sitzen Steckdosen bei uns auf 105 cm. Dort stehen oft Fahrräder oder Regale davor, und bei Wasser auf dem Boden ist die Dose weit genug oben.

Fazit

Steckdosen und Schalter sind die Teile der Elektrik, die Sie jeden Tag anfassen. Ob sie an der richtigen Stelle sitzen, entscheidet sich in wenigen Minuten im Rohbau.

Mit festen Standardhöhen, exakten Abständen und einem gemeinsamen Rundgang vor dem Bohren sorgen wir dafür, dass Ihre Elektrik zu Ihrem Alltag passt. Nicht umgekehrt.

Sie planen einen Neubau oder eine Sanierung?

Wir planen Ihre Elektroinstallation mit Ihnen gemeinsam, zeichnen mit Ihnen an und bohren erst, wenn alles passt.

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Marc Köbach, Geschäftsführer von e-team smart home
Marc KöbachGeschäftsführer e-team smart homeElektrotechnik und Gebäudeautomation in Ravensburg und Umgebung. Seit über zehn Jahren im Handwerk, ausgebildet in der Industrie.